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Prolog – Ägypten zwischen Zeit und Strom

 Samstag der 20. Dezember 2025 in Deutschland ⋅ ☁️ 9 °C

Über Weihnachten und Silvester werden Brigitte und ich gemeinsam mit einem befreundeten Paar nach Ägypten reisen. Vor uns liegt eine Route, die uns seit Langem fasziniert: ein Land voller Geschichte, Gegensätze und Bilder, die man sonst nur aus Büchern kennt. Mein persönliches Interesse an Ägypten reicht bis in die Kindheit zurück und wurde unter anderem durch die Erzählungen von Karl May, insbesondere „Durch die Wüste“, geprägt, die schon damals meine Neugier auf dieses Land geweckt haben.

Der Auftakt der Reise wird in Kairo liegen – zwischen den Pyramiden von Gizeh, der Sphinx und dem neuen Grand Egyptian Museum, das die Schätze des alten Ägyptens in einem modernen Rahmen präsentiert. Ein besonderer Schwerpunkt wird die Nilkreuzfahrt sein. Von Luxor bis Assuan und wieder zurück wollen wir dem Fluss folgen, der seit Jahrtausenden das Leben in Ägypten bestimmt.

Tempel wie Karnak und Luxor, das Tal der Könige, Edfu und Kom Ombo markieren die Stationen, doch ebenso wichtig erscheinen uns die ruhigeren Abschnitte: das Vorbeiziehen der Landschaft, das wechselnde Licht über dem Wasser und das Gefühl, sich langsam durch Geschichte zu bewegen. Dabei hoffen wir, von den üblichen gesundheitlichen Begleiterscheinungen einer Nilkreuzfahrt verschont zu bleiben und diese Tage unbeschwert genießen zu können.

Zum Abschluss soll Hurghada am Roten Meer Raum für Erholung bieten und einen entspannten Übergang ins neue Jahr ermöglichen. Vor allem aber wünschen wir uns eine schöne gemeinsame Zeit mit unseren Freunden, viele intensive Eindrücke und Erinnerungen, die bleiben. Dieser Reisebericht wird unsere Erwartungen, Wege und Gedanken entlang dieser besonderen Reise begleiten.

Vielleicht noch als kurzer Hinweis, wir haben unsere Reise, das heißt – die Kombination aus Kairo, der Nilkreuzfahrt und dem anschließenden Aufenthalt in Hurghada – nicht selbstständig organisiert, sondern die gesamte Reise wurde stattdessen über den auf Ägypten spezialisierten Reiseveranstalter NT World Travel GmbH (Niltours), gebucht.

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Heute am frühen Nachmittag soll es dann um 14:20 Uhr in Düsseldorf mit EgyptAir los gehen, aber tatsächlich wird es dann eine Stunde später. In Cairo kommen wir dann um 20:20 Uhr Ortszeit mit zirka 40 Minuten Verspätung an und werden bereits durch einen Nittours Mitarbeiter erwartet. Wir bekommen unsere Visa für die Einreise und warten dann mal wieder lange auf unsere Koffer.

Aber auch als wir dann alles beisammen haben, geht es nicht weiter, denn wir warten noch auf eine andere kleine Reisegruppe, welche mit einer Maschine aus Berlin kommt. Um kurz vor 22:00 Uhr sind wir dann komplett draußen vor dem Flughafen und warten auf den Bus zum Hotel.

Wir müssen dann natürlich verschiedene Hotels abfahren, da nicht alle die gleiche Kategorie gebucht haben und so ist es bereits nach 23:00 Uhr, als wir an der Rezeption des Cairo Marriott Hotel & Omar Khayyam eintreffen. Nachdem wir dann die Koffer endlich auf dem Zimmer haben, geht es noch auf eine Kleinigkeit zu essen und trinken in die Bar nahe der Rezeption.

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Grand Egyptian Museum and Pyramids

 Sonntag der 21. Dezember 2025 in Ägypten ⋅ ⛅ 15 °C

Die Nacht war kurz, nach einem oder zwei gute Nacht Bier sind wir erst gegen halb zwei im Bett. Um kurz vor sechs geht’s dann unter die Dusche und dann direkt zum Frühstück. Unser Hotel, das Cairo Marriott Hotel & Omar Khayyam Casino in Kairo ist riesig und die Wege sind weit. Aber wenn man sich erstmal zurechtfindet, ist alles gut. 

Um acht werden wir dann von unserem Reiseführer Ali abgeholt und es geht zuerst mit einem Kleinbus zum Grand Egyptian Museum (GEM). Unsere Truppe besteht lediglich aus neun Personen und Ali spricht sehr gut Deutsch. Wir haben Glück, dass das GEM am heutigen Sonntag, in Ägypten ist das ein normaler Wochentag, relativ wenig Besucher hat und wir entspannt alles anschauen können.

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Danach geht es weiter zu den Pyramiden von Gizeh und hier geht es dann zuerst mit öffentlichen Bussen in die Nähe der Pyramiden. Weiter laufen wir ein größere Runde zu Fuß und dann erzählt uns Ali von einem tollen Panoramapunkt. Alles ist hier aufs Verkaufen von Dienstleistungen ausgerichtet und um dann auch noch zusätzlich Bakschisch zu bekommen ist man sehr kreativ.

Wir machen dann die Tour zu dem Panoramapunkt, Brigitte nimmt die Pferdekutsche und ich wähle das Wüstenschiff, ein Kamel. Ich muss sagen, eine tolle Erfahrung und ich bin heilfroh, nicht runter gefallen zu sein. Fürs Bakschisch müssen wir dann noch für diverse Fotos posieren, was wir nicht wirklich gebraucht hätten, aber die Leute hier leben von sowas.

Anschließend geht’s noch zur Sphinx, um danach noch zu einer Destillerie für irgendwelche Düfte geschleppt zu werden. Gekauft hat keiner was von uns und unseren Unmut hat man wohl auch gemerkt. Aber nach einer halben Stunde und einem Mokka war der Spuk vorbei. Jetzt wird noch ein wenig relaxt, bevor wir uns gleich auf den Weg zum Abendessen machen.

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Baukunst in Sakkara und Memphis

 Montag der 22. Dezember 2025 in Ägypten ⋅ ☀️ 14 °C

Nachdem wir gestern Abend noch im Hotel zu Abend gegessen haben, sind wir alle erschöpft gegen halb zehn auf's Zimmer gegangen, denn heute morgen hieß es wieder Abholung um 8 Uhr am Hotel. So stehen wir heute Morgen wieder pünktlich in der Hotellobby, nachdem wir die gepackten Koffer bis zur Abholung nach der Tour im Hotel deponiert haben.

Heute geht es zuerst nach Sakkara. Hier können wir wunderschöne bis zu 5000 Jahre alte Mastabas, also Grabbauten, besichtigen. Unser Vorteil ist, dass wir in einer sehr kleinen Gruppe von neun Personen unterwegs sind und so dort hineindürfen. Die Gräber, z.B. das Grab des Ti oder des Mehu, bei denen es sich um hochrangige Grabwächter und Beamte handelt, sind mit wunderschönen Reliefs verziert, teilweise auch mit roter und blauer Farbe. Die dargestellten Szenen sind größtenteils bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und lassen einen wirklich staunen. 

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Im Anschluss besichtigten wir noch die älteste Pyramide Ägyptens, eine Stufenpyramide mit dem Namen Djoser. Sie liegt ca. 20 km von Kairo entfernt und gehört zur alten Hauptstadt Ägyptens, Memphis, in deren Umfeld wir uns befinden. Die Bauweise der Pyramide unterscheidet sich deutlich von denen in Gizeh. Man sieht, dass die Ägypter ihre Technik im Laufe der Zeit verfeinert haben und später die Pyramiden ohne Stufen gebaut wurden.

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Mit dem Bus geht es danach weiter zur antiken Stadt Memphis. Hier liegt eine ca. 10 Meter grosse, liegende Statue von Ramses II. Sie wurde 1821 entdeckt. Die Statue ist leider durch Wasser im Fußbereich beschädigt und steht daher nicht aufrecht. Ausserdem gibt es weitere Ausgrabungen, die aber grösstenteils nur aus Fragmenten bestehen. Aus dem Grund werden hier keine weiteren Ausgrabungen mehr durchgeführt. In Sakkara wird jedoch immer noch an mehreren Stellen in mühevoller Handarbeit weiter gegraben.

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Wir fahren wieder durch die Stadt Mit Rahina Richtung Kairo. Die Busfahrten mit dem Reiseveranstalter machen immer besonders viel Spass, da man auf der Strasse die tollsten Dinge entdeckt. 95 Prozent aller Autos sind mindestens zerbeult, wenn nicht sogar durchgerostet, mit Personen vollgestopft und vieles mehr. Mopeds voll beladen, Helm tragen ist eher die Ausnahme. Wir sollten uns im Bus auch nicht anschnallen. TÜV gibts auch nicht. Unser Reiseleiter Ali erzählt uns auch sehr viel über Land und Leuten, was die Tour wirklich zu einem Erlebnis macht.

Jetzt geht es aufs Land zu einem Lokal, in dem einige Mitreisende sich mit diversen Speisen sattessen. Gerd und ich beschränken uns auf ein Getränk und etwas Fladenbrot, da wir noch keinen richtigen Hunger haben. Nach dem Essen werden wir noch zu einer Papyrusfabrik kutschiert . Man zeigt uns die Herstellung des Papyrusspapiers und hofft auf Verkauf eines der ausgestellten Bilder. Wir sind aber nicht richtig überzeugt und gehen auch hier wieder alle ohne Kauf aus dem Laden.

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Jetzt geht es zurück nach Kairo, wo wir wieder die einzelnen Hotels abklappern und unsere Koffer in den Minibus einladen. Der Fahrer bringt uns dann zum Flughafen und der Weg dorthin ist wieder sehr verkehrsreich. Wir sind jetzt gegen 16.30 Uhr am Flughafen und müssen uns bis 19.25 Uhr gedulden, um den Weiterflug nach Luxor anzutreten. Zirka 45 Minuten soll der Flug dauern und dann geht es in Luxor auf unser Schiff, so der Plan.

Das, was wir in Kairo zu sehen bekommen haben, hat unsere Erwartungen auf jeden Fall voll und ganz erfüllt, die Stadt selber hat uns persönlich nicht wirklich gefallen. Viel Dreck, Armut und ziemlich chaotisch, einfach eine andere Welt. Aber vielleicht sieht die Stadt nur vom Bus aus so aus und wir sehen das auch nur mit unseren Augen so.

Mit etwas Verzögerung geht es dann mit dem Flieger von Kairo nach Luxor. In Luxor fährt uns unser Fahrer Machmud zum Schiff mit dem wir die nächsten sieben Tage unterwegs sein werden. Der erste Eindruck von Luxor ist deutlich besser als der von Kairo. Sehr gepflegte Anlagen, viel Beleuchtung, auch viel Weihnachtsschmuck und eine schöne Promenade.

Um dann ins Schiff zu gelangen, müssen wir zunächst durch drei weitere Schiffe marschieren und erst dann hatten wir unser Ziel erreicht. Das Einchecken geht recht fix und da das Schiff nur ca. 70 Kabinen hat, waren wir schnell im Zimmer. Ich muss nicht erwähnen, dass wir für alle Strecken unterschiedlichste Kofferträger hatten, die auch alle einzeln Bakschisch bekommen. Man kann gar nicht genug kleine Scheine dabei haben, um alle zufrieden zu stellen. Das läppert sich über den Tag ganz gut. Muss ich ehrlich gesagt nicht haben, aber die Menschen hier leben nun mal davon.

Das Zimmer auf unserem Schiff, der MS Al Nabilatan, ist gross mit zwei breiten Betten. Ansonsten ist alles etwas in die Jahre gekommen und trotz der höchsten buchbaren Kategorie , die wir gewählt haben, alles nur ägyptischer Luxusstandard. Die Bar haben wir für einen Schlummertrunk auch noch besucht und sind dann ins Bett gegangen. Das geplante Frühstück um 6.00 Uhr und Abfahrt bereits um 07:00 Uhr am nächsten Morgen ließen uns einfach nicht mehr Zeit.

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Luxor - Tal der Könige und Karnak Tempel

 Dienstag der 23. Dezember 2025 in Ägypten ⋅ ☁️ 13 °C


Heute morgen, nach einem recht einfachen Frühstück, werden wir von unserem Fahrer abgeholt und Gott sei Dank stelle ich im Bus gerade noch rechtzeitig fest, dass ich mein Handy auf dem Zimmer vergessen habe. Ich hatte aber noch die Gelegenheit, in Windeseile zurückzulaufen und es zu holen. Gott sei Dank, denn ich fotografiere ja alles damit. 

Jetzt fahren wir zunächst nach Theben West ins Tal der Könige. Hier stehen schon unglaubliche Mengen an Bussen, aber unser Reiseleiter meint, später werden es noch mehr, wenn die Ausflügler der Kreuzfahrtschiffe von Hurghada dazukommen. Übrigens, alle ankommenden Fahrzeuge werden genau von Polizisten oder Sicherheitspersonal gecheckt, teilweise mit Hunden und Spiegeln unter dem Fahrzeug und unsere Rucksäcke und Taschen werden auch überall durchleuchtet. Man hat immer Angst vor Anschlägen und die Polizei ist hier im Land auch überall präsent.

Wir können hier einige der Ruhestätten der Pharaonen des Neuen Reiches besichtigen, die wirklich wieder wunderschön gestaltet sind. Im Neuen Reich hat man keine Pyramiden mehr gebaut, zum einen waren sie zu teuer und man konnte die Gräber zu leicht erkennen und ausrauben. Hier im Tal der Könige waren die Gräber gut versteckt, wurden später aber trotzdem meistens ausgeraubt.

Nur das kleine Grab von Tut-Ench-Amun war unter einem anderen Grab versteckt und wurde damals nicht entdeckt. So wurden die Grabschätze erst im letzten Jahrhundert gefunden und sind jetzt im GEM (Grand Egyptain Museum) ausgestellt. Ja, man erfährt so viel durch unsere Reiseleiter und es macht wirklich Spass, die ägyptische Geschichte und Kultur so interessant vermittelt zu bekommen.

Im Tal der Könige sind aus Konservierungsgründen nie alle Gräber gleichzeitig für die Öffentlichkeit zugänglich. Es wird ein Rotationssystem genutzt, um die empfindlichen Wandmalereien vor Feuchtigkeit und Kohlendioxid zu schützen. Im Standardticket, welches wir haben, ist der Besuch von drei der acht geöffneten Gräbern inklusive. Es gibt aber auch noch weitere Gräber mit Sondergenehmigung und natürlich einer Zusatzgebühr, wie das Grab von Tutanchamun und Sethos I., welche wir aber nicht besucht haben. Die folgenden Bilder ähneln sich vielfach vielleicht und sind trotzdem nur ein Bruchteil der gemachten Aufnahmen.

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Unser Programm ist heute sehr straff, da unser Schiff um 13.30 Uhr ablegen soll. So geht es weiter in eine Alabasterfabrik, wo man wieder versucht, uns etwas zu verkaufen. Die Art, wie uns die Verarbeitungsweise des Alabaster dargestellt wird, ist allerdings sehr sehenswert und lustig, wir haben es leider nicht gefilmt. Trotzdem kauft keiner aus unserer Gruppe etwas, aber wir haben auch um keine Kaufveranstaltung gebeten und hätten die Zeit lieber in den Sehenswürdigkeiten verbracht.

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Weiter geht es zum Hatschepsut Tempel, der sehr groß und beeindruckend ist. Zumindest von aussen gefällt er uns, von innen war da nicht so viel zu sehen. Und dann diese vielen Touristen und das Schlange stehen, das nervt und wir beschränken uns mehr auf die Aussenanlage. Als nächstes geht es jetzt für einen kurzen Fotostop zu den Memnon-Kolossen, die restlichen Zeugen des größten jemals in Ägypten errichteten Totentempels, der aber durch ein Erdbeben zerstört wurde.

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Ist sehenswert, aber da wir noch zum Karnak Tempel wollen, düst unser Fahrer zügig weiter. Während der Fahrt bekommen wir wieder einen Einblick in das einfache Leben der Ägypter. Da gibt es einfach immer so vieles während der Fahrt zu entdecken. Zu guter Letzt erreichen wir dann den Karnak Tempel, der ein ziemlich großes Gelände umfasst und wir merken bald, dass wir hier gern etwas mehr Zeit gehabt hätten. Aber so können wir nur staunend durch die Anlage laufen und Fotos schiessen und ab und zu den Worten des Reiseleiters lauschen.

Wir sind alle total begeistert von diesem Monument, besonders die tolle Säulenhalle mit über 130 Säulen beeindruckt uns sehr. Hier sollen auch Filmaufnahmen vom Tod auf dem Nil mit Peter Ustinov als Hercule Poirot gedreht worden sein. Das müssen wir uns wirklich noch mal ansehen. Aber wie gesagt, die Zeit rennt und so müssen wir leider viel zu schnell von dieser tollen Anlage verschwinden.

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Zurück auf dem Schiff, das wir zwar abgehetzt, aber noch rechtzeitig erreichen, nehmen wir noch ein wenig Mittagessen zu uns und danach wird relaxt. Mittlerweile fahren wir flussaufwärts Richtung Süden nach Edfu, was wir uns morgen ansehen werden. Leider ist der Himmel heute Mittag nach einem richtig schönen und heißen Vormittag zugezogen und so haben wir uns nach einer Zeit auf dem Sonnendeck alle auf unsere Kabinen zurückgezogen, um eine Portion Schlaf nachzuholen. Und ab und zu schauen wir nach draussen und blicken auf die vorbeiziehende Landschaft und die vielen Boote.

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Tempel von Edfu und Kom Ombo

 Mittwoch der 24. Dezember 2025 in Ägypten ⋅ ☀️ 25 °C

Nach einer wiederum kurzen Nacht werden wir gegen halb sieben unaufgefordert durch den Roomservice geweckt. Laut Aushang und auch Nachfrage an der Rezeption soll es heute um acht Uhr zum Horus Tempel gehen. Um ca. zwanzig vor acht klingelt dann erneut das Telefon und wir werden gebeten, sofort zur Rezeption zu kommen, unser Reiseleiter erwartet uns. 

Also im Schweinsgalopp zur Rezeption und dort erklärt uns Mahmud, dass er mehrfach an der Rezeption Bescheid gegeben hat, dass man uns über den früheren Start informieren sollte. Nun ja, hat ja gut geklappt. Als wir unser Schiff verlassen, stehen an der Straße jede Menge Pferdekutschen, zum Teil wirklich abenteuerlich alt und runtergekommen. Wir fahren jetzt tatsächlich mit einer dieser Pferdekutschen zum Tempel von Horus.

Auf dem Weg dorthin will ich natürlich Fotos von der Fahrt machen, stelle jetzt aber mit Entsetzen fest, dass ich tatsächlich sowohl mein Handy als auch meine Uhr in der Kabine gelassen habe. In der Eile hab ich daran wieder nicht gedacht. So ein Ärger. Gut, dass unser Ausflug hier nur ca. 2 - 3 Stunden dauern soll.

Jetzt muss Gerd alles alleine fotografieren und ich kann mal entspannt alles auf mich wirken lassen. Die Fahrt ist richtig abenteuerlich und der Kutscher gibt ordentlich Gas. Die Pferde haben es hier nicht leicht. Zum Schluss schiesst er ein Foto von uns auf dem Kutschbock und will dafür wieder Bakschisch. Immer das gleiche nervende Spiel.

Hier an der Tempelanlage treffen wir auf den Rest unserer Gruppe, die aber auf einem anderen Schiff untergebracht sind. Auch sie sind mit ihrer Kategorie, die etwas einfacher ist als unsere, nicht zufrieden. Keine Ahnung, wie ihr Schiff aussieht. Jedenfalls besichtigen wir unter Mahmud's Führung den am besten erhaltenen Tempel Ägyptens. Auch hier bestaunen wir wieder die Unmengen an Wandzeichnungen. Schön, dass uns Mahmud auch die Geschichten zu einigen Zeichnungen erklärt.

Um das Allerheiligste, den Raum Gottes am Ende des Tempelinneren zu sehen, muss man sich in eine riesige Menschentraube quetschen, um einen Blick auf die jetzt dort stehende göttliche Barke zu werfen. Diese Menschenmassen, die hier an allen Sehenswürdigkeiten sind, hängen natürlich mit den vielen Nil-Kreuzfahrtschiffen zusammen, die jeden Tag hier zur gleichen Zeit anlanden, so wie wir natürlich auch.

Ab Mittag wären die Anlagen laut Mahmud leer. Das die Anlage so gut erhalten sind, liegt daran, dass es so warm und trocken ist. Regen gibt es höchstens zwei mal im Jahr. Durch den Bau des Assuanstaudamms hat sich aber jetzt der Grundwasserspiegel erhöht und die Fundamente der alten Tempel sind gefährdet. Mit Verlegung von Drainagen versucht man nun die Anlagen zu schützen.

Nachdem wir jetzt noch ein wenig durch die Anlage geschlendert sind, treffen wir uns wieder an den Pferdekutschen und fahren mit dem gleichen Fahrer zurück. Es ist sehr interessant, die Koordination der Kutschen zu beobachten. Die haben das schon gut im Griff. Mahmud macht unseren Fahrer noch kurz zur Schnecke, dass es uns zuviel Geld abgeknöpft hat und nichts mehr bekommt.

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Auch die Rückfahrt ist dann wieder spannend, aber alles geht gut. Am Anleger vermissen wir zuerst unser Schiff, aber anhand des Trackers in Gerd's Koffer, stellen wir fest, dass es hier irgendwo sein muss. Am Ende sehen wir es und erreichen durch verschiedene andere Schiffe laufend unser Boot. Jetzt heisst es, die Nilkreuzfahrt auf dem Sonnendeck geniessen. Die Sonne scheint und wir lassen die Landschaft an uns vorbeiziehen. Heute Nachmittag machen wir dann noch einen weiteren Ausflug zum Tempel Kom Ombo. Aber jetzt erstmal entspannen.

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Um 16.30 Uhr steigen wir planmässig vom Schiff, das zwischenzeitlich in Kom Ombo angelegt hat. Hier besichtigen wir den gleichnamigen Doppeltempel für den die Stadt bekannt ist. Er bekam seinen Namen, Goldhügel, weil es eine Goldmine in der Nähe der Stadt gab, die für Reichtum sorgte. Der Tempel liegt direkt am Ufer auf einer kleinen Anhöhe. Der Weg dorthin ist kurz und auch die Besichtigung des Tempels aus der griechisch-römischen Zeit (Bauzeit zwischen 180 u. 47 v. Chr.) fällt relativ kurz aus. Dieser Tempel war bis ins 19. Jahrhundert unter Sand begraben und wurde erst 1893 entdeckt. Krokodile waren hier heilig, daher auch die Bezeichnung Nilkrokodile, die mittlerweile allerdings nur noch im Nassersee und im südlichen Nil vorkommen.

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Nachdem wir noch einige mumifizierte Krokodile gesehen haben, geht es zurück auf's Schiff. Heute ist Heilig Abend und das heisst, wir bekommen später einen Cocktail serviert und es soll auch besonderes Essen geben, allerdings erst zwischen 21.00 und 23.00 Uhr. Danach folgt noch eine halbe Stunde Tanzvorführung, vermutlich Bauchtanz. Gut, dass unser Guide uns morgen erst um 8.30 Uhr abholt.

 

Assuan

 Donnerstag der 25. Dezember 2025 in Ägypten ⋅ ☁️ 17 °C

Nach einem ausgiebigem Weihnachtsessen, für das man sich richtig viel Mühe gemacht hat, haben wir uns gestern um 23.00 Uhr noch die Tänze angeschaut. Erst kam ein Derwisch, der einen beeindruckenden Tanura-Tanz (Drehtanz) aufgeführt hat, danach kam noch die Bauchtänzerin. Die hatte allerdings kein typisches Kleid an und kam für mich irgendwie billig rüber. Das haben wir dann auch nicht mehr zu Ende angesehen und sind schlafen gegangen.

Heute morgen werden wir bereits um kurz nach fünf vom Muezzin geweckt, obwohl der Wecker erst für sieben Uhr gestellt war. Aber das Minarett steht relativ nah am Hafen und so werden wir wohl noch öfter in den Genuss kommen, denn hier in Assuan liegen wir die nächsten drei Nächte. Gerd ist heute morgen etwas fiebrig, aber nach etwas Kaffee und einer Ibo geht es wieder. 

Um halb neun starten wir direkt hier vom Hafen auf eine Bootstour, die wir alternativ dazugebucht haben, da das Gesamtprogramm ein wenig geändert wurde. Morgen kommen noch 4 neue Gäste dazu und sonst wäre das organisatorisch zu kompliziert geworden. Erst hat es uns das etwas geärgert, aber wir haben den Ausflug dann doch mitgemacht. Und das war eine gute Entscheidung.

Es geht zunächst auf dem Nil vorbei an dem Felsenberg Qubbet el-Hawa ins Naturschutzgebiet Salouga und Ghaza Nature Reserve. Die Landschaft ist durchzogen von Granitfelsen und Schilf. Hier sind noch viele andere Boote unterwegs und von einem Boot ist ein Kind ins Wasser gefallen, ein zweiter Passagier ist aber direkt hinterher gesprungen und alles ist noch gut ausgegangen. Dann kommen einige kleine Kinder auf ebenso kleinen Surfbrettern angepaddelt und hängen sich an die Touristenboote, so auch bei uns, und trällern in erster Linie Lieder von Shakira. Aber sie werden nicht wirklich lästig.

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Zu guter Letzt setzt unser Boot auf einem dicken Granitfels im Fluss auf, aber auch hier ist Gott sei Dank nichts passiert. Nach einer knappen Stunde kommen wir in West Aswan an. Das Westufer des Nils ist hier nubisch geprägt, was man sehr gut an der veränderten Bauweise erkennt. Hier gibt es Kuppeln und die Gebäude sind teilweise sehr schön bunt verziert. Die Nubier waren ein stolzes altes ägyptisches Volk mit Wurzeln im heutigen Sudan. Sie waren die dunkleren Ägypter.

Hier besuchen wir eine Familie, d.h. wir können in ihrem Haus eine Tasse frischen Tee trinken und uns ihre Krokodilzucht ansehen. Eine recht große Schildkröte läuft hier auch noch herum. Ein paar Meter weiter besuchen wir dann eine Schule und bekommen das arabische Alphabet und die Zahlen erklärt. Auch die Nubische Sprache erklärt man uns, wobei es wohl keine Nubische Schriftform gibt. Wir haben alle viel Spass und kennen jetzt unsere Namen in arabischen Schriftzeichen ... zumindest halbwegs.

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Jetzt wird es wieder spannend. Zu viert sitzen wir hinten auf einem offenen Tuktuk, welches eigentlich dreirädrige Lastenmotorräder für Passagiere sind, das wiederum von einem sehr jungen Mann gefahren wird. Mit drei Tuktuks geht es jetzt zum Aussichtspunkt AbDogo Panorama Nile View und auf der Fahrt dahin fahren die Jungs wieder halsbrecherisch um die Wette. Trotzdem sind wir heil angekommen und haben einen wunderschönen Blick auf den Nil, Assuan sowie den alten und neuen Assuanstaudamm.

Mittlerweile ist es wieder sonnig und man brutzelt ganz gut in der Sonne. Die Rückfahrt ist jetzt etwas ruhiger und wir fahren zum Schluss noch durch den Basar, der hier wirklich noch sehr ursprünglich wirkt. Wir halten uns hier aber nicht auf, sondern treten kurz danach die Rückfahrt mit dem Boot an. Hier sehen wir noch die Elefanteninsel, deren Granitfelsen einen Elefanten darstellen sollen sowie direkt nebenan das „Old Cataract Hotel“, in dem Agatha Christie „Tod auf dem Nil“ geschrieben haben soll.

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Wir sind rechtzeitig zum Mittagessen zurück und können jetzt noch etwas auf dem Sonnendeck relaxen. Später will Mahmud mit uns noch einen Spaziergang machen und den Basar in Assuan besuchen, um uns die dort angebotenen Gewürze zu zeigen. Bisher war es wieder sehr abwechslungsreich und wir haben wieder viele Einblicke in den Alltag der Menschen hier bekommen.

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Unser Tour durch den Bazar startet um 17.00 Uhr. Nachdem wir halsbrecherisch die stark befahrene Straße in Assuan überquert haben, erreichen wir einen schönen Gewürzladen. Wir werden wieder herzlich willkommen geheißen und bekommen Fladenbrot und Hibiskustee serviert und dann beginnt die übliche Verkaufsveranstaltung. Allerdings ist der Ladenbesitzer sehr nett und kurzweilig und wir haben in der Gruppe zusammen sehr viel Spaß.

Wir dürfen unterschiedliche Gewürze und Mischungen ausprobieren, dazu gibt es noch superleckere Falafel. Die Preisgestaltung der Gewürze ist dann bewusst ziemlich undurchsichtig und man kann lediglich nach unterschiedlichen Tütengrößen auswählen. Abgerechnet wird dann allerdings nach Gewicht und wir wissen nicht, wie voll die Tüten werden und was sie dann wiegen. 

Wir kaufen zum Schluss tatsächlich alle etwas, allerdings sind die Mengen, die dann in den Tüten abgepackt werden, ziemlich üppig und dementsprechend teuer. Wir haben zwei Tüten Curry, eine weitere Gewürzmisching, sowie eine Tutanchamun Lotion gekauft und sind preislich noch halbwegs gut weggekommen, die meisten lagen jeweils bei weit über hundert Euro für die Gewürze und Essenzen. Trotzdem haben wir alle einen Riesenspaß, besonders weil einige auch Minzsteine gekauft haben, die abgepackt wie Crystal Meth oder ähnliches aussehen. Viel Spaß dann beim Zoll. 

Danach gehen wir noch gemeinsam über den Basar von Assuan, der recht groß und belebt ist. Wir sind aber mittlerweile alle gesättigt und gehen zügig zurück zur M/S Alnabilatan. Der Straßenverkehr ist hier auch spannend. Die Beleuchtung der Fahrzeuge wird scheinbar oft nur bei Bedarf eingeschaltet. Und neben dem Gaspedal ist die Hupe eins der wichtigsten Bedienelemente aller fahrbaren Untersätze. Besonders die Tuktuks und Mopeds hupen fast permanent.

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Beim Abendessen ist dann wieder ein kleines Spektakel. Offensichtlich bekommt jedes Geburtstagskind eine Torte, die mit lautem Gesang und Trommeln tanzend vom kompletten Küchenpersonal überbracht wird. Uns ist auch aufgefallen, dass das Personal auf dem Schiff durchweg männlich ist. Auf Nachfrage bei Mahmud erklärte er, dass es ägyptische Schiffe wären und die Ägypter wären sehr konservativ. Die Frauen müssen bei ihren Familien übernachten. Aber z. B. in Kairo wäre man schon etwas europäischer. 

Wir gehen heute wieder zeitig ins Bett. Mittlerweile sind einige aus der Gruppe schon wegen grippalem Infekt ausgefallen und auch wir husten und schnupfen etwas vor uns hin. Ich vermute aber, dass mir die vielen Abgase der Schiffe, Motorboote und was hier sonst noch schwarz rußend herumfährt, die Luft rauben.

 

Assuan Staudamm und Philea Tempel

 Samstag der 26. Dezember 2025 in Ägypten ⋅ ☀️ 14 °C

Heute Morgen starten wir kurz nach acht mit einem kleinen Boot auf die Kitchener-Insel zum Botanischen Garten von Assuan und spazieren hier auf eigene Faust ca. 45 Minuten herum. Wirklich überzeugen kann uns der Garten nicht, viele Bäume und dazwischen ein paar Wege, aber auch wieder Händler, die ich dort nicht wirklich gebraucht hätte. Mittlerweile ist unser Mahmud etwas unstrukturiert und die Touren werden kreuz und quer durchgeführt. So kommen wir nach knapp zwei Stunden wieder am Schiff an, um gleich um 14.00 Uhr den zweiten Teil des Ausflugs anzutreten. So verbummeln wir jetzt ein bisschen Zeit auf dem Schiff, was auch ganz gut tut.

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Pünktlich geht es am frühen Nachmittag mit einem großen Reisebus allerdings mit lediglich 17 Personen besetzt zum Assuan Staudamm. Im Vorbeifahren sehen wir den alten Staudamm, der auch noch in Betrieb ist. Er war aber nicht ausreichend für die benötigte Wassermenge und nach einigen Bemühungen um die Finanzierung eines neuen Staudamms fand man in der Sowjetunion einen Staat, der sich sowohl finanziell als auch mit technischer Unterstützung am Bau beteiligte.

Die Bauzeit dauerte von 1960 bis 1970, wobei über 1800 sowjetische Arbeiter und Ingenieure am Bau beteiligt waren. Der damalige ägyptische Präsident Nasser hat den Bau in Auftrag gegeben, starb allerdings im September 1970 kurz vor der Eröffnung, die dann im Januar 1971 durch seinen Nachfolger Anwar as-Sadat zusammen mit dem russischen Präsidenten Nikolai Podgorny durchgeführt wurde. Der Staudamm hat dazu geführt, dass der Nil nicht mehr das Land überschwemmt und die Landwirtschaft jetzt drei Ernten einbringen kann.

Der angestaute Nassersee hat eine Länge von über 500 km, wovon 350 in Ägypten liegen und der Rest im Sudan. Er wird größtenteils durch das Wasser des sogenannten blauen Nils, der aus Äthiopien in den Nil fließt, mit Wasser versorgt. Die Wassermenge des Sees reicht aus, um Ägypten für 3-4 Jahre bei Dürre zu versorgen. Der Staudamm wird auch streng durch das Militär überwacht. Flugzeuge dürfen ihn nicht überfliegen, sonst werden sie abgeschossen. 

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Von hier aus geht es weiter zu einer Bootsanlegestelle, von der aus es wieder mit einem der vielen Bootstaxen zur Insel Agilkia geht. Im Boot nutzen zwei kleine Ägypter die kurze Fahrt für den Verkauf von Armbändern und Broschüren. Viele Kinder gehen trotz Schulpflicht nicht zur Schule oder gehen in Klassen mit bis zu 60 Schülern. So wie wir aus den Schilderungen unserer diversen Reiseleiter herausgehört haben, hat sich nach dem arabischen Frühling sogar vieles zum Nachteil für die ägyptische Bevölkerung entwickelt, so z.B. neben dem Schulsystem auch das Gesundheitssystem. 

Auf der Insel angekommen herrscht wieder viel Betrieb. Hier steht der Tempel Philea für die Göttin Isis. Ich muss gestehen, dass ich den Ausführungen unseres Guides nicht mehr so ganz gefolgt bin, deshalb hab ich kaum etwas über die Hintergründe des Tempels mitbekommen. Interessant ist aber, dass diese Tempelanlage ursprünglich auf der Nebeninsel Philea gestanden hat und durch den Stausee zwischen dem alten und dem neuen Staudamm gefährdet war, weil sie zeitweise unter Wasser stand.

In den Jahren von 1972 bis 1980 wurde der Tempel im Auftrag der UNESCO Stein für Stein auf die daneben liegende höhere Insel versetzt. Auch Deutschland hat sich an der Finanzierung der Kosten beteiligt. Insgesamt sollen durch den Bau des Staudamms 16 bedrohte Kulturdenkmäler versetzt worden sein, das größte und bekannteste davon ist der Tempel Abu Simbel, den wir morgen besuchen werden. Jetzt laufen wir noch ein wenig durch die Tempelanlage, schiessen ein paar Fotos, bevor die Sonne jetzt gegen halb sechs untergeht und wir die Rückfahrt antreten.

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Auf dem Schiff gehen wir noch duschen und Abendessen und nach einem kurzweiligen Treffen mit Mahmud, unserem Reiseleiter, heißt es, schlafen gehen, denn für unsere Fahrt nach Abu Simbel müssen wir morgen ganz früh aufstehen. Um 4.15 Uhr soll der Bus starten, da eine Strecke ca. 3,5 Stunden Busfahrt bedeuten und unser Schiff dann um ca. 14.00 Uhr Assuan wieder verlassen soll.

 

Abu Simbel

 Sonntag der 27. Dezember 2025 in Ägypten ⋅ 🌙 10 °C

Nach einer extrem kurzen Nacht starten wir nach einem Kaffee um ca. 4.30 Uhr mit einem Kleinbus Richtung Abu Simbel. Diese Tour haben wir optional dazu gebucht, im Wissen, dass dafür ca. sieben bis acht Stunden Fahrzeit für Hin- und Rückfahrt veranschlagt werden müssen und nur zwei Stunden Besichtigung zur Verfügung stehen. 

Aber da wir einmal hier sind, wollen wir uns das nicht entgehen lassen. Wir sind noch nicht weit gekommen, als wir prompt im Stau stehen. Keine fünf Uhr morgens und bereits Massen an Reisebussen unterwegs. Später erklärt mir Mahmud, dass er am Vorabend alle Reisepassdaten weitergegeben hat, denn jeder Besucher wird aus Sicherheitsgründen registriert.

Dann geht es schnell weiter, wir erreichen den Parkplatz als Zwischenstopp aber leider nicht wie geplant zum Sonnenaufgang. Knapp verpasst, trotzdem machen alle die obligatorischen Fotos in der Wüste und dann geht es flott weiter. Als wir um zirka 8.30 Uhr Abu Simbel erreichen, ist schon jede Menge los. Erstaunlich, wie viele Menschen sich dafür so zeitig aus dem Bett gequält haben.

Zuerst erklärt uns Mahmud einiges über die Entstehung und spätere Versetzung der Tempelanlage. Wir hatten darüber mal einen Bericht im Fernsehen gesehen und das wollten wir tatsächlich mal mit eigenen Augen sehen. Wenn man diese Dimensionen sieht, ist das schon beeindruckend. Durch den Bau des neuen Staudamms in Assuan musste die Anlage vor dem ansteigenden Wasser gerettet werden.

So hat man in der Zeit von 1963 bis 1968 alles in Kleinteile zerlegt und 63 Meter höher wieder aufgebaut. Dazu mussten künstliche Hügel angelegt werden, die von hinten wie unsere Zechenberge aussehen. Ursprünglich waren die Tempel in Felsen geschlagen. Ich könnte ewig weiter erzählen, aber das führt zu weit. Jedenfalls ist eine der vier Ramsesstatuen zerstört. Das ist aber bereits zu seinen Lebzeiten des Pharaos durch ein Erdbeben passiert, man hat es Ramses aber nie gesagt, weil das ein schlechtes Omen war. Ob das berechtigt war, weiß ich aber nicht.

Wir bekommen jetzt ca. 1,5 Stunden Zeit zur freien Besichtigung. Trotz der vielen Menschen kommen wir recht zügig in beide Tempel, aber eigentlich wird man ziemlich durchgeschoben. Mahmud hat uns erklärt, dass wir jetzt auch auf dem Höhepunkt der Hauptsaison hier wären. Ab 5. Januar wäre es nicht mehr so voll. Wir können es nicht ändern, staunen trotzdem wieder über die wunderbaren Kunstschätze und wir freuen uns, hier zu sein.

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Auf dem Rückweg geht es wieder vorbei an den vielen Verkaufsständen. Mittlerweile hab ich mich daran gewöhnt und man wird zwar angesprochen, aber nicht bedrängt, vielleicht mit Ausnahme der Kinder. Ich fühle mich jedenfalls nicht unwohl. Als alle wieder am Bus sind, machen wir uns auf den Rückweg, denn um 14.00 Uhr sollen wir wieder am Schiff sein, da es dann ablegt.

Das kann eigentlich kaum klappen, aber Mahmud fährt mit dem anderen Schiff auch mit und er wird schon dafür sorgen, dass wir die Schiffe bekommen. Bisher sind sie immer eine halbe Stunde später gestartet als angeschlagen steht. Aber der Fahrer gibt jetzt auch ordentlich Gas auf dem 280 km langen Rückweg. Wenn wir auf dem Schiff ankommen, steht erst mal Faulenzen auf dem Programm, bis wir wieder in Luxor ankommen.

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Ein Tag an Bord der M/S Alnabilatan

 Montag der 28. Dezember 2025 in Ägypten ⋅ ☀️ 18 °C

Seit wir in Assuan angekommen sind, hat sich das Bordpublikum zu seinem Nachteil verändert. Einige Gäste machen nur eine 4-tägige Nilkreuzfahrt und verlassen nun das Schiff. Andere kommen dafür hinzu und mit diesen fahren wir nun wieder nach Luxor zurück. Jetzt sind viele Pakistani, Inder oder ähnliche Nationalitäten an Bord und seitdem ist es am Buffet und allgemein im Speisesaal sehr wuselig und laut. Das Benehmen lässt teilweise zu wünschen übrig und so sind wir jetzt immer froh, wenn wir fertig gegessen haben.

Heute haben wir erst mal ausgeschlafen, obwohl ich durch diverse Motorengeräusche des Nachbarschiffes bereits früher wach bin. Ich fühle mich irgendwie, als ob ich in einer Fabrikhalle liege. Heute Vormittag sitzen wir gemütlich auf dem Sonnendeck. Wir beobachten die Karawane der Kreuzfahrtschiffe. Zeitweise zähle ich 17 Stück in Sichtweite. Da wir hier vor Luxor durch eine Schleuse müssen, parken wir zeitweise in großen Gruppen, bevor es langsam Richtung Schleuse von Esna geht.

Während wir alle hier parken, kommen fliegende (eigentlich in dem Fall rudernde) Händler, die versuchen, Tücher und Tischdecken an den Mann zu bringen. Da wird über 4 Etagen gefeilscht, die Ware zum anschauen auf das Sonnendeck oder in die entsprechenden Zimmer geworfen und das Geld in einem anderen Päckchen zurück auf’s Boot geworfen. Da wir gerade vor Esna liegen, hören wir gleichzeitig den Muezzin von allen Türmen zum Gebet rufen. Das ist eine unglaubliche Geräuschkulisse.

Mittlerweile stehen wir kurz vor der Schleuseneinfahrt, aber da immer nur zwei Schiffe in die Schleuse passen, stehen wir wohl noch etwas länger hier herum. Und wieder beobachten wir, wie viel schwarze Abgase die Schiffe rauspusten. Ich bin heilfroh, wenn ich aus diesem Smog raus bin, das nimmt mir meine Lunge schon ziemlich übel. Da die Sonne so schön scheint, sitzen wir trotzdem entspannt auf dem Sonnendeck und freuen uns, mal kein Programm zu haben. Jetzt nach ca 3,5 Stunden haben wir es endlich durch die Schleuse geschafft.

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Wir ziehen uns auf unsere Kabine zurück und beobachten die Rushhour auf dem Nil. Da wir heute zu spät in Luxor ankommen, plant unser Guide Mahmud den Tempel in Luxor für morgen früh ein. Ist für uns ok, so können wir heute in Ruhe die Koffer packen und morgen vor unserem Bustransfer nach Hurghada die Besichtigung machen. Uns wurde noch eine Fahrt mit dem Heißluftballon angeboten, aber dafür hätten wir morgen früh wieder im 4.00 Uhr aufstehen müssen, dass war uns vieren dann doch zuviel. Außerdem hab ich davor auch Angst.

 

Luxor und Hurghada

 Dienstag der 29. Dezember 2025 in Ägypten ⋅ ☀️ 18 °C

Heute morgen stehen unsere gepackten Koffer pünktlich bereit, die nicht zu knappe Getränkerechnung (die Getränke waren hier nicht enthalten) wird beglichen und so geht es pünktlich um 9 Uhr zum Bus. Mit diesem fahren wir zuerst zum um die Ecke liegenden Luxortempel und später nach Hurghada zum Hotel. 

Der Luxortempel war lange Zeit durch Sand und Nilschlamm verschüttet und wurde erst nach 1881 freigelegt. Am Eingang des Tempels befanden sich zwei Obelisken. Als ein Franzose die Hieroglyphen entschlüsselte, begann die Wissenschaft der Ägyptologie. Daraufhin hat Ägypten den Franzosen die beiden Obelisken geschenkt. Da der Transport eines Obelisken 1831 über den Nil und die Seine nach Paris drei Jahre dauerte, verzichtete Frankreich auf den zweiten. Der erste Obelisk steht jetzt auf dem Place de la Concorde in Paris.

Wir erfuhren wieder viel Wissenswertes, z.B. dass die vor dem Tempel liegende Sphinxallee ursprünglich ganze vier Kilometer lang war. Auf dem Tempel steht auch eine Moschee, die zu der Zeit gebaut wurde, als die Tempelanlage noch verschüttet war. Hier gibt es jetzt also Zeichen der alten Ägypter, an der Sphinxallee eine koptische Kirche und im Tempel Zeichen der alten Griechen. Alles in Frieden vereint. Darauf legt unser Guide sehr viel Wert, die Moslems in Ägypten sind gläubig, aber friedlich.

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Nachdem wir uns die Tempelanlage angesehen haben, heisst es, von Mahmud Abschied nehmen. Wir bedanken uns alle recht herzlich mit einem guten Trinkgeld und setzen die Fahrt nach Hurghada fort. Diese dauert ca. 4 Stunden mit einem kurzen Pausenstopp. Auf der Strecke gibt es einige Polizeikontrollpunkte, da es früher auf dieser Strecke auch schon mal Überfälle gab. Aber glücklicherweise erreichen wir nach einer Fahrt durch Wüste und Geröllgebirge unbeschadet das Rote Meer, auch wenn unser Fahrer einen wirklich heißen Reifen fährt. 

An unserem Hotel, dem Steigenberger Al Dau Beach angekommen, können wir zunächst vor dem Einchecken unseren Lunch einnehmen. Ich denke, das Buffet lässt absolut keine Wünsche offen und wir essen uns erst mal satt. Unser Zimmer ist im Erdgeschoss und wir sind sehr zufrieden. Wir machen einen ersten Rundgang durch die Aussenanlage bis zum Roten Meer, gönnen uns einen Cocktail und dann geht es erst mal ab auf die Zimmer. Duschen und einfach mal ein Nickerchen machen. Nach dem Abendessen geht es noch auf einen Absacker in die Bar und dann haben wir noch einiges an Schlaf nachzuholen.

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Hurghada und ein kleines Fazit

 Montag der 30. Dezember 2025 bis Sonntag der 04. Januar 2026 in Ägypten ⋅ 🌬 22 °C

Mittlerweile haben wir einige Tage relaxen hinter uns und alle den Punkt erreicht, an dem wir nichts gegen eine Heimfahrt einzuwenden hätten. Aber zwei weitere Tage liegen noch vor uns, bevor wir Sonntagmorgen um 3.00 Uhr zum Flughafen abgeholt werden.
Dann geht es von Hurghada nach Kairo und von dort weiter bis Düsseldorf. 

Unsere Anlage ist zwar recht weitläufig, aber schon am Strand sind die Grenzen schnell durch andere Hotelanlagen gesteckt. Also nichts mit langen Strandspaziergängen. Das Meer ist ebenso wie die Pools mit um die 20 Grad Wassertemperatur auch nichts für uns Warmduscher. Aber da sich insgesamt kaum Menschen im Pool aufhalten, geht es anderen wohl ebenso.

Besonders gut gefällt uns hier das Personal. Alle sind durchweg freundlich, hilfsbereit und aufmerksam, aber nicht aufdringlich. Selbst jeder Gärtner grüßt freundlich und findet nette Worte. Das war auf dem Schiff genauso, mal davon abgesehen, dass es keine Gärtner gab. Diese natürlich wirkende Freundlichkeit hatte ich hier irgendwie gar nicht erwartet, warum auch immer.

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Silvester haben wir uns für die Galaveranstaltung im Hotel angemeldet. Wir haben nur zwei gute Flaschen Wein geordert, der Rest war im Hotelpreis inbegriffen. Nach einem Sektempfang ging es in den großen Saal und so feierten wir mit insgesamt ca. 900 - 1.000 Gästen, Lifemusik und etwas Las Vegas Dance Show Silvester. Zwischendurch wurde die Riege der verantwortlichen Köche und auch der Servicekräfte mit Applaus auf der Bühne begrüßt. Das fand ich eine sehr nette Geste.

Das Buffet war gut organisiert und mehr als üppig und sehr aufwendig dekoriert. Allein der Raum für die Desserts war riesig und die Auswahl kaum zu toppen. Aber wer uns kennt, weiß, dass wir uns letzten Endes vor Mitternacht abgesetzt haben und mit unseren Freunden den Wein in Ruhe in der Bar getrunken haben. Feuerwerk gab es keines, nur ein paar Flammenspiele. In Ägypten gilt Feuerwerk als Sprengstoff und der Kauf und Besitz sind hier verboten.

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Wir Damen haben uns gestern noch eine Gesichts- und Fussbehandlung gegönnt. Hier entfernen sich die Frauen alle Gesichtshaare mit Ausnahme der Augenbrauen mit einer speziellen Fadentechnik. Ich wusste gar nicht, wie behaart ich im Gesicht bin. Jetzt bin ich jedenfalls glatt wie ein Kinderpopo. Einen Besuch der Stadt Hurghada haben wir nicht unternommen. Irgendwie reizt es uns nicht und ich denke, das ist zu verkraften.

Unser Fazit zur Nilkreuzfahrt sieht da schon anders aus. Auch wenn die Ausflugszeiten teilweise recht früh und das Programm recht straff waren, haben wir es sehr genossen, so vielfältige Eindrücke sammeln zu können. Unsere Reiseleiter waren so voller Wissen und Begeisterung über die ägyptischen Kulturschätze, das steckte uns alle an. Ich bin sehr froh, das alles einmal mit eigenen Augen gesehen zu haben, auch wenn wir sicher nicht noch einmal nach Ägypten fahren werden.

Unser Schiff hatte trotz Renovierung sicher keinen wirklichen 5-Sterne Standard, der 5-Sterne Standard liegt bestimmt 20 Jahre zurück. Das Schlimmste war das immer überflutete Bad nach jeder Dusche, da es keine Duschtasse gab. Ein mehr als dürftiges Frühstücksbuffet machte dank der Eierspeisen nach Wunsch nur dem Gerd nichts aus und eine Klimaanlage, die nur eiskalt oder aus beherrschte, wurde von uns meistens abgeschaltet.

Und ganz schlimm waren die extrem schwarzen Abgase, die aus allen Schiffen rausgepustet wurden. Bei der großen Anzahl an Schiffen gab es teilweise dicke Smogwolken über dem Nil. Meine Lunge braucht jetzt erst mal Erholung und Regeneration. Die Betten auf dem Zimmer waren wiederum sehr gut und dank der Sitzgelegenheit und den bodentiefen Fenstern konnte man auch sehr nett mit Blick auf das Nilufer während der Fahrt die Reise genießen. Ab 16.00 Uhr und bei Wind war es auf dem Sonnendeck dann doch schon mal recht frisch.

Wenn man aber anlandete, nutzen die Fenster nichts mehr, da hier ein Schiff neben dem anderen lag, wie die Sardinen in der Büchse. Das musste aber so sein, damit auch die Passagiere aus den hinteren Schiffen durch alle anderen Schiffslobbies ans Ufer gelangen konnten. Jetzt freuen wir uns wieder auf zu Hause, zwar nicht auf die Kälte, aber unser Bett und unser Essen. Und ganz sicher auf Reisen in Länder, die ohne Bakschisch auskommen, auch wenn wir uns nicht wirklich belästigt gefühlt haben und eine gute Zeit hatten.

 

Finished!