Freitag der 20.05.2016 bis Freitag der 27.05.2016

 

Die Tour ins Berner Oberland mache ich diesmal wieder mit dem Klaus und das Ganze war auch schon zeitig genug geplant. Aber so ganz reibungslos lief diesmal leider nichts, wobei es allerdings nicht am Klaus lag, sondern technische Probleme mit dem Wohnmobil sorgten für einiges an Aufregung im Vorfeld.

Am Pfingstwochenende vorher traten die Probleme bereits auf. Es sollte mit Brigitte nach Mayschoß ins Ahrtal gehen, als wir unterwegs bemerkten, dass die hinteren Blinker nicht funktionierten. Eine genauere Überprüfung ergab, dass das komplette Heck des Wohnmobils stromlos war, also keine Blinker, kein Licht und auch kein Bremslicht. Damit war das Pfingstwochenende natürlich gestorben und der Wagen wurde nach Jülich in die Werkstatt gebracht.

Die nächsten Tage wurde eifrig mit der Werkstatt telefoniert, welche bemühter war, als ich aufgrund der geführten Kommunikation erwartet hätte. Allerdings tat man sich ziemlich schwer damit, den Fehler zu finden und der Freitagmorgen, an dem es losgehen sollte, rückte immer näher. Am Donnerstagabend gegen 17:15 Uhr kam dann der erlösende Anruf, der Fehler sei gefunden und das Wohnmobil könne wieder abgeholt werden.

Das Wohnmobil wurde dann am selben Abend noch abgeholt und vor Ort noch kurz gecheckt. Alle Funktionen des Hecks waren in Ordnung und der Abfahrt morgen früh stand nichts mehr im Weg. Nur mit der Vorbereitung hinkten wir ein wenig hinterher. Erstens war der Wagen in der Werkstatt und wir konnten noch gar nichts einräumen und zweitens hatten wir gar nicht mehr daran geglaubt, dass es noch klappen könnte. Ein abhanden gekommener Zweitschlüssel des Wohnmobils sowie die tolle Idee meines Rechners, beim Ausdrucken der Stellplatzadressen den Dienst einzustellen und auf ein "Inaccessible Boot Device" hinzuweisen, machten den Abend dann noch richtig spannend und es wurde dadurch nebenbei auch noch ziemlich spät.

Am Freitagmorgen steht der Klaus dann um 07:00 Uhr pünktlich bei mir auf der Matte und 15 Minuten später geht es bereits los. Weit kommen wir allerdings nicht. Die Blinker und das Licht funktionieren zwar, aber der Scheibenwischer versagt diesmal den Dienst. Ohne Scheibenwischer eine so lange Fahrt anzutreten, geht natürlich nicht und so werden erst mal die entsprechenden Sicherungen kontrolliert. Als das nichts bringt, machen wir uns leicht gereizt wieder auf den Weg zur Werkstatt nach Jülich. Die erst ab neun Uhr besetzte Werkstatt hat den Fehler dann schnell gefunden, es war wohl ein bei der Reparatur falsch gestecktes Relais, so dass wir uns gegen 09:30 Uhr endlich auf den Weg machen können.

Die weitere Fahrt ist dann ereignislos, ich bin aufgrund des Schlafdefizits ziemlich müde und mache entsprechend häufig kurze Pausen, so dass sich alles ein weinig in die Länge zieht. An der Grenze zur Schweiz wird es dann mal wieder spannend. Für Wohnmobile über 3,5 Tonnen - und ein solches haben wir - muss hier eine sogenannte Schwerlastabgabe bezahlt werden. Schlecht vorbereitet wie wir sind, wissen wir nicht wohin. Bei den LKWs möchte man uns nicht haben und beim Personenkraftverkehr kann man nirgendwo anhalten, um die Gebühr zu entrichten. Als ob das nun nicht alles genug sei, kann sich das Navi auch noch nicht zwischen dem Grenzübergang Basel und dem in Rheinfelden entscheiden. Ich will gar nicht weiter darüber schreiben, die kleine Odyssee hat uns aber zirka zwei Stunden gekostet, bis wir die 25 Euro Schwerlastabgabe endlich bezahlen konnten.

Vor unserer Abfahrt haben wir offen gelassen, welches Ziel im Berner Oberland wir zuerst anfahren. Jetzt ist klar, wohin wir wollen und zwar soll es das am schnellsten zu erreichende Ziel sein. Dieses ist der Gurnigel Pass im Gantrisch Naturpark und der ist noch zirka 140 Kilometer von der Grenze entfernt. Es ist dann bereits dunkel, als wir den Gurnigel Pass hochfahren und um 22:00 Uhr sind wir an unserem ersten Ziel. Wir sind nicht alleine hier, sondern haben auch campende Nachbarn, welche hier bei einem Lagerfeuer und lauter Musik den Abend genießen. Mich stört das jedoch alles nicht mehr und nach zwei oder drei Bier geht es bereits in die Heia.

Der nächste Tag ist dann nach einer gut geschlafenen Nacht viel entspannter und wir machen auch eine kleine Wanderung zum nahen Aussichtspunkt Selibüel, bevor es weiter zu unserem nächsten Stellplatz geht.

 

Der nächste Stellplatz ist dann nicht weit. Spontan beschließen wir, auf dem in Sichtweite des Gurnigel Passes gelegenen Parkplatz eine weitere Nacht zu bleiben. Der Parkplatz liegt näher am Gantrisch und Nünenenflue, denen ich dann auch auf einer kleinen Wanderung recht nahe komme. Ich stapfe hier schon noch ganz ordentlich durch den Schnee und traue mich letztendlich nicht, ganz bis zum Grat zwischen Nünenenflue und Gantrisch hoch zu gehen. Schade eigentlich...

 
 

 

Der Gantrisch Naturpark hat sicherlich mehr Zeit verdient, aber diese haben wir leider nicht, so dass wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Lauterbrunnen machen. Für Lauterbrunnen hatte ich den Campingplatz Camping Jungfrau ausgeguckt, wo wir dann für drei Übernachtungen bleiben. Eine gute Wahl wie sich zeigt, allerdings, wie alles in der Schweiz, nicht günstig. Während die beiden letzten Übernachtungen auf den Parkplätzen noch völlig kostenlos waren, sind wir hier mit um die 43 Schweizer Franken für die Nacht dabei. Und das ohne Strom, denn hierfür wären weitere 4,50 Schweizer Franken die Nacht fällig geworden.

Aber was solls, man gönnt sich ja sonst nichts. Neben dem Ausblick, der Lage und den sanitären Anlagen, war auch das angeschlossene Restaurant sehr gut, wo wir in den nächsten drei Tagen dann auch regelmäßig einkehren. Lediglich ein paar Arbeiten an den kleinen Straßen auf dem Campingplatz störten ein wenig, aber alles halb so wild. Mit dem Wetter haben wir dann in Lauterbrunnen weniger Glück. Nachdem wir im schönsten Sonnenschein ankommen, zieht es sich dann schnell zu, so dass wir, aufgrund des eh fehlenden Fotolichts, beschließen, die Trümmelbachfälle zu besuchen. Die Trümmelbachfälle liegen im Berginnern, so dass es keine große Rolle spielt, ob die Sonne scheint oder auch nicht.

Der nächste Tag ist dann komplett verregnet und hin und wieder schneit es auch. Kein Wetter, um was zu unternehmen und wir vertrödeln den Tag mehr oder weniger. Am Tag drei in Lauterbrunnen ist es dann immer noch bedeckt, aber wir beschließen trotzdem zur "Kleinen Scheidegg" auf 2061 Meter hochzufahren. Mit der Wengernalpbahn, einer Zahnradbahn, geht es dann über Wengen hoch zur Kleinen Scheidegg und wir haben sogar das Glück, dass sich die Wolken kurz verziehen und wir einen Blick auf das Dreigestirn Eiger (3970m), Mönch (4107m) und Jungfrau (4158m) werfen können. Zurück geht es dann mit der Wengernalpbahn nur bis Wengen, von dort aus laufen wir dann zu Fuß nach Lauterbrunnen hinunter.

 

Heute, am Abreisetag, haben wir wieder bestes Wetter in Lauterbrunnen, das kann man ja nur persönlich nehmen. Auf meine Nachfrage gestern, bis wann wir denn ausgecheckt haben müssten, kam die Aussage, dass wir bis Mittag bezahlen sollten, es aber egal sei, wann wir den Platz verlassen. Es sei Vorsaison und da würde man das alles nicht so genau nehmen. Um halb zehn heute morgen bekommen wir dann Besuch von einem der hiesigen Bauarbeiter, welche die Straßen hier Instandsetzen. Ab zehn Uhr würde die Straße neu geteert und ein Verlassen des Platzes sei dann nicht mehr so schnell möglich. Da bleibt einem doch das Brötchen im Hals stecken. Keine Ahnung, was nicht mehr so schnell möglich bedeutet, wir brechen das Frühstück direkt ab und machen uns wieder auf den Weg. Gar nicht so einfach, hier wieder heraus zu kommen, neben den Stufen der ausgefrästen Teerdecke, die das Fahren ohne aufsetzen nicht einfach machen, müssen wir auch noch die mittig auf den Straßen platzierten Hinweisschilder selbst aus dem Weg räumen.

Aber sowas kann einem bei dem tollen Wetter nicht den Tag verderben und bald sind wir wieder Richtung Grindelwald unterwegs. In Grindelwald checken wir dann auf dem Campingplatz Gletscherdorf ein. Absolut toll gelegen, mit Blick auf den Eiger (3970m), das Fiescherhorn (4049m) und das Wetterhorn (3701m). Preislich ähnlich wie der Campingplatz in Lauterbrunnen, aber das war auch nicht anders zu erwarten.

Hier in Grindelwald sind wir nun für zwei Nächte und ziemlich aktiv sind wir nebenbei auch noch. Bereits kurz nach der Ankunft laufen wir in den Ort und gehen eine Kleinigkeit essen. Anschließend fahren wir mit der Gondel der First-Bahn hoch bis zum Schreckfeld und laufen von dort aus wieder herunter. Während Klaus aufgrund von Knieproblemen an der Station Bort wieder in die Gondel steigt, laufe ich die tolle Strecke komplett bis unten.

Am Tag zwei in Grindelwald legen wir noch einen drauf, was Aktivität angeht. Zuerst geht es mit dem Grindelwaldbus auf die Große Scheidegg, von dort aus dann gemeinsam per pedes wieder zum Schreckfeld. Am Schreckfeld ist dann der Fußweg zum First aufgrund von Lawinengefahr gesperrt, so dass wir wieder die Gondel nehmen. Von hieraus nehmen wir dann die Wanderung zum Bachalpsee in Angriff. Klaus kommt dort zwar nicht an, hat aber auch nichts verpasst. Von den sich im glasklaren, blauen Wasser spiegelnden Alpen ist nämlich nichts zu sehen. Das Ding ist dummerweise zugefroren und trägt eine Schneedecke, so dass es in der Umgebung kaum auffällt.
 
Wieder am First zurück, nehme ich die Gondel bis zum Schreckfeld und laufe von hier wieder bis zum Campingplatz. Ein anstrengender, aber absolut toller Tag wird dann noch mit dem ein oder anderen Bierchen gebührend verabschiedet, bevor wir uns dann am nächsten Morgen wieder auf die Heimreise machen.
 

 

Finished...

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